Durch eine uns zur Verfügung gestellte Festschrift

"Gemeinsame JUBEL-FEIER"

[der SpVgg. Röhlinghausen 1913 und dem TV Röhlinghausen 1883]

aus dem Jahre 1953, können wir allen Vereinsmitgliedern
und außenstehenden Personen die Interesse
an der SpVgg. Röhlinghausen 1913 e.V. haben,
die Erzählungen unseres damaligen 1. Vorsitzenden
"August Niederbäumer" in digitaler Form anbieten.
 

 

Auswahl:
Die Spvgg. Röhlinghausen Amateurmeisterschaft
Taufe - 1. Weltkrieg - Fusion Pflegestätte der Jugend
Stolzer Fußballaufstieg Zukunftswunsch
Sportruhe und neuer Anlauf Jahre die man nicht vergisst

 

 
Die SpVgg. Röhlinghausen

Die Spielvereinigung Röhlinghausen ist zwar nicht der älteste Ortsverein auf dem Gebiete der Leibesübungen, aber sie kann sich rühmen Fuß- und Handballerfolge an das grün-schwarze Banner geheftet zu haben, die dem Namen unserer Stadt über die Grenzen der engeren Heimat hinaus guten Ruf und Klang verschaffen.

Wenn jemals die tiefgründigen Worte "Tradition verpflichtet" in Sportlerherzen fest verankert waren und sind, so ist das bei der durch Kameradschaft und persönliche Freundschaft gebundenen Vereinsfamilie der Spielvereinigung der Fall.

Lebendige Erinnerungen sind es, die den Schriftsatz der folgenden Vereinsgeschichte formen, zumal chronische Einzelheiten mit vielen anderen Material- und Sachwerten im letzten Kriege in Verlust geraten sind.

Schon vor der im Jahre 1913 vollzogenen Gründung des Vereins "Spiel und Sport" Röhlinghausen, womit der Grundstock zur Spielvereinigung gelegt wurde, hatten junge Männer aus den Kolonien "Pluto" und "Königsgrube" ihr Fußballtalent entdeckt.

Der Unterschied gegenüber heute bestand darin, dass sich die bürgerlichen Kreise mit dieser Art von Fußball nicht befreunden wollten. Richard Olbrisch, Alois Rautenberg, Heinrich Droge, Willi und Hans Schmitz mit ihren durchweg 16 Lenzen waren junge Dachse, als im Jahre 1909 die Idee, einen Club ins Leben zu rufen, verwirklicht werden sollte.

Aus den zusammengeworfenen Spargroschen rundete Schuster Hüppmeiers Lehrling Alois Rautenberg, das Leder zum ersten spielfähigen Objekt. Ort der Handlung, die unliebsame Störungen durch Besuche von Gendarm Büttner und Bauer Denis erfuhr, war dessen Wiese an der Ecke Westfalen- und Günnigfelder Straße.

Schließlich war der damalige Gemeindevorsteher Göddenhoff einsichtig genug, der in Bittgesuchen nicht nachlassenden Jugend den Marktplatz als Spielgelände zur Verfügung zu stellen. Man höre und staune die Tore mussten bei jedem Wettspiel aufgestellt und wieder abmontiert werden. Als wilder Verein fungierend, segelte man unter der Flagge des Rheinisch-Westfälischen Spielverbandes.

Weder die Tatsache, dass an einem Sonntag zwei Kämpfe ausgetragen wurden noch die Formierung der Mannschaft waren sonderliche Probleme, da bare elf Spieler den Verein verkörperten. Nur mit Idealismus war es aber auf die Dauer nicht getan. Von keiner Seite unterstützt, kamen sich die Akteure einsam und verlassen vor, und im Herbst 1910 fand die erste Röhlinghauser Fußballherrlichkeit ihr Ende. Die Spieler schlossen sich Vereinen an, die bereits festen Fuß gefasst hatten. Wanne, Eickel, Hüllen und der Gelsenkirchener Aschenbruch waren die Auffanglager.

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Taufe - 1. Weltkrieg - Fusion

Der Kreis junger Männer, den König Fußball in seinen Bann zog, wurde in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg immer größer, und besonders in der engeren Nachbarschaft wuchsen die Vereine wie Pilze aus der Erde.

Schließlich erkannten die unter fremden Flaggen segelnden Röhlinghauser Jungen die Notwendigkeit, sich örtlich zu sammeln. Im Sommer 1913 wurde in der Gastwirtschaft Böhm der sich mit den Farben Grün und Rot schmückende Verein "Spiel und Sport" aus der Taufe gehoben.

Tatkräftige Männer, u. a. der Jubilar und Mitgründer Fritz Milotzki, nahmen das Ruder in die Hand und schlössen sich sofort dem Emschertaler Spielverband - Vorgänger des Westdeutschen Fußballverbandes - an. Das noch fehlende materielle Fundament wurde aufgewogen durch die hohen ideellen Werfe des zwar kleinen, dafür aber freuen Mitgliederbestandes. Paul Bensei, noch heute rühriger Aktivist im Fußballausschuss, Willi Libuda, Willi Gorka, August Barfei, Karl Schneider, Fritz Samora und Hugo Bamberger gehörten neben Fritz Milotzki zu den "Säuglingen", als noch jenseits des Mühlenbaches, auf Bauer Röhling-haus' Kuhwiese, die ersten Ballerschüsse abgefeuert wurden.

Wie überall, war der Ausbruch des ersten Weltkrieges ein Hemmnis für die Entwicklung des aufstrebenden, noch in den Kinderschuhen steckenden Vereins. Es war nicht zu vermeiden, da der Spielbetrieb zum Erliegen kam. Nach der Waffenruhe, als die Verhältnisse wieder in etwas geordnete Bahnen gelenkt waren, fand sich der zurückgekehrte Stamm der Aktiven schnell zusammen, und die Lederkugel kam wieder ins Rollen. Ja, die Fußballbegeisterung war in dem Stadium der Nachkriegswirren so groß, da sich im "Tiefenbruch" eine weitere Sportgemeinschaft, der "Ballspielverein 1919", mit den Farben Schwarz und Gelb bildete. Hans Flachkamp, noch heute ein tatkräftiger Förderer der Jugend, gehörte neben Franz Stiller zu den Mitgründern des neuen Vereins, der seinen Spielbetrieb auf dem Römerplatz abwickelte, den heute Schrebergärten zieren.

1922 wurde der Marktplatz bei Mutter Thielepape zum Sammelpunkt des Hand-, Faust- und Schlagball sowie Leichtathletik treibenden Vereins für Leibesübungen. Die starken organisatorischen, zugleich auch sportlich-aktiven Grundpfeiler dieses Vereins waren unser langjähriger Vorsitzender Heinrich Gerlemann, der in seiner rührigen Art als Betreuer nicht zu übertreffende frühere Obmann und Geschäftsführer der Handballabfeilung Robert Blank und der spätere Kassierer sowie 2. Vorsitzende, im November 1951 verstorbene Sportkamerad Heinrich Beckebaum. Der gesunde und, wie die spätere Entwicklung zeigte, reife Früchte tragende Zusammenschluss vorgenannter drei Ortsvereine wurde im Jahre 1924 in der Wirtschaft Otto Horstmann, am Bahnhof, vollzogen. Unter dem grün-schwarzen Banner wurde mit vereinten Kräften eine Epoche eingeleitet, über die bis zum heutigen Tage die verbindenden, zu unerschütterlicher Vereinstreu mahnenden Worte "Kameradschaft und Fortschritt" standen.

Auf dem alten Römerplatz war Röhlinghausens sportbegeisterte Jugend täglich, ob Sonntag oder Alltag, anzutreffen. Zunächst standen die Fußballer, die sich aus der zugeteilten A-Klasse mühsam gegen starke Konkurrenz den Weg nach oben bahnen mussten, im Schatten der lange Jahre zur westdeutschen Elite zählenden Handballmannschaft, deren größter Triumph die Erreichung des Finales um die Ruhrbezirksmeisterschaft im Jahre 1927 war.

Der Sieger, Polizei Dortmund, behielt nur knapp mit 4:2 die Oberhand. Gegen Gegner von Rang, u. a. Düsseldorf 99, Eller 04 und Schwarz-Weiß Barmen wurden achtbare Ergebnisse erzielt. In bester Erinnerung ist noch der 5:4-Sieg gegen den zu damaliger Zeit als unschlagbar geltenden Westdeutschen Meister, Polizei Remscheid. Auch später stand die Handballmannschaft immer in vorderster Front und zählte zu den besten Einheiten des Bezirkes. Die leidige Materialfrage hat den Versuch, die traditionsreiche Handballabteilung nach dem Kriege wieder in Schwung zu bringen, trotz regen Interesses fehlschlagen lassen.

Die Faust- und Schlagballmannschaft griffen mehrfach als Kreissieger in die Entscheidung um die Bezirks- und Westfalenmeisterschaff ein.

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Stolzer Fußballaufstieg mit Hindernissen

Es ist nur zu verständlich, dass die 1. Fußballelf nach dem Zusammenschluss eine gewisse Anlaufzeit brauchte, um sich zu mannschaftlicher Geschlossenheit zu finden. Bei starker Gegnerschaft war es nicht leicht, aus der A-Klasse heraus den gewünschten Anschluss an die nachbarlichen Bezirksligisten Preußen Wanne und Turnerbund Eickel zu finden.

1928, im Jahre des Vereinsheimwechsels vom Lokal Menzel zum Röhlinghauser Markt nach Willi Kreter, lag der Aufstieg in greifbarer Nähe. Nach überzeugenden Siegen, jeweils 10:2 über Barop und Mengede, gab es im entscheidenden Spiel auf dem Preußenplatz eine enttäuschende 0:1-Niederlage gegen Castrop 1911.

Die gleiche Misere erlebten wir ein Jahr später auf dem neutralen Germania-Gelände am Herner Bahnhof. Mengede 08 war der Widersacher, dessen Rechtsaußen unter Leitung des damals populärsten westdeutschen, kurze Zeit später verstorbenen Schiedsrichters Gyenz (Essen), nach regulärem 1:1-Stand in der notwendig gewordenen Verlängerung das alles bedeutende Aufstiegstor schoss. Aller guten Dinge sind drei, sagten sich die Kämpfer im grün-schwarzen Dress, wurden im folgenden Jahr wieder Spitzenreiter, und siehe da, beim dritten "Galopp" war der Sprung in die Liga geschafft.

Zusammen mit Preußen 04 und Turnerbund Eickel hatte Wanne-Eickel nunmehr ein starkes Dreigestirn, das sich in der Folgezeit scharfe Positions- und Prestigekämpfe lieferte. Gleich die erste Ligameisterschaft sah unsere Mannschaft mit Schwarz-Gelb Gladbeck in erbittertem Ringen um den Meistertitel, der zum Aufstieg in die Gauliga berechtigte. Mehr noch als heute wurde schon damals der Kampf auf dem grünen Rasen durch Entscheidungen am "Grünen Tisch" beeinflusst, und da unsere missgünstige Gegnerschaff bei der Instanz maßgeblichen Einfluss ausüben konnte, war das eifrig gesuchte Haar in der Suppe bald gefunden. Für einen aufgebauschten Fehltritt musste unser Verein mit halbjährlicher Disqualifikation büßen.

Schalke 04, wegen Verstoß gegen die Amateurbestimmungen etwa zur gleichen Zeit vom Bannstrahl des Westdeutschen Spielverbandes getroffen, war unser erster Freundschaffspartner nach Ablauf der Sperre. Mit 12 kampflos angeschriebenen Minuspunkten belastet, wurde die neue Meisterschaft begonnen; dennoch wurden mit doppelter Kraftanstrengung und zähem Siegeswillen die den Klassenverbleib sicherstellenden Punkte gesammelt.

Stets im Vorderfeld liegend, gelang 1937 - das Jahr stolzen Triumphes - nach Erringung der Gruppenmeisterschaft der Sprung in die Gauliga. Das starke Feld der Mitbewerber, bestehend aus Arminia Märten, Arminia Bielefeld, Preußen Münster, MBV Linden und Klafeld-Geisweid wurde auf die Plätze verwiesen. Erstmalig war unsere Stadt in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten. Hier die Namen, die den stolzen, in gebührender Weise gefeierten Aufstieg für die grün-schwarzen Farben schafften:

Erich Berlau, Paul Henkhaus, Karl Nawrocki, Peter Wolski, Willi Polenz, Felix Kosmala, Emil Matzko, Walter Kortmann, Fritz Zdunek, Ernst Piwoda, Franz Nowicki, Heinrich Zdero, Walter Lehmanski, Johann Nowicki, Anton Genstwa.

Der Aufstieg war zugleich das schönste Festgeschenk für das im folgenden Jahr - 1938 - im Festzelt am Röhlinghauser Markt gefeierte silberne Vereinsjubiläum. Das keine Resignation kennende Kämpferherz unserer damaligen wackeren Streiter führte zu beachtlichen Erfolgen im Pokalwettbewerb.

1936 verwehrte uns die auf den Gipfel ihres Ruhmes stehende Meisterelf von Schalke 04 durch eine ehrenvolle 0:2 Niederlage auf dem Wanner Preußenplatz den Eintritt in die Runde der 16 letzten deutschen Vereine. Diese Runde erreichte unsere Mannschaft jedoch zwei Jahre später. Werder Bremen war der große Gegenspieler am Stratmannshof, dem nach regulärem torlosen Stand erst in der Verlängerung das entscheidende Tor glückte.

Im westfälischen "Konzert der Großen" spielten unsere Jungens gleich im ersten Jahr groß auf und landeten hinter Schalke 04, Borussia Dortmund und Westfalia Herne auf Platz 4. Der Krieg warf seine Schatten voraus und bedingt durch Einberufungen zum Arbeits- und Heeresdienst vollzog sich ein ständiger Wechsel in der Mannschaftsformation. Aus dem unerschöpflichen Born junger Talente schöpfend, kam die Vereinsleitung jedoch zu keinem noch so kritisch scheinenden Zeitpunkt in die Verlegenheit, eine schlagkräftige Elf ins Feld zu führen, so dass bei gesicherter Tabellenposition die Klasse gehalten wurde.

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Sportruhe und neuer Anlauf

Nach dem kriegsbedingten Stillstand jeglichen Sportgeschehens im Herbst 1944 war die Spielvereinigung der erste Verein in Wanne-Eickel, der gleich nach Kriegsende, im Mai 1945, den Spielbetrieb wieder aufnahm. Ein Berg von Schwierigkeifen türmte sich vor den unternehmungslustigen Männern auf, die das Steuer in die Hand nahmen.

Bombentrichter auf dem Platz am Stratmannshof hinderten zunächst daran, Spiele am Ort durchzuführen. Sportkleidung, Schuhe und Bälle waren zum großen Teil dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen und die einzige noch brauchbare Garnitur hatte man der Spinnstoffsammlung vermacht. So musste der Anfang mit dem vom BC Hordel geliehenen blau-weißen Dress gemacht werden. Bruno Bohndörfer und Willi Lehmanski als Vorsitzende, Heinz Olbrisch als Geschäftsführer, Fritz Milotzki als Kassierer und Gustav Linde als Jugendleiter wurden in der Generalversammlung im Juli 1945 mit der Vereinsführung beauftragt.

Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass mit Hilfe der kräftig zufassenden Mitglieder das Gelände am Stratmannshof binnen kurzer Zeit wieder spielfähig war. Kompensationsgeschäfte und "Schwarzer Markt", die Begleiterscheinungen der durch die Nachkriegswirren entglittenen Marktwirtschaft, waren in Verbindung mit dem freudigen Opferwillen der Vereinsfamilie bei der Lösung der leidigen Materialfrage unerlässlich und heute können wir mit Befriedigung feststellen, dass wir die Hürden einer schweren Zeit verhältnismäßig gut übersprungen haben.

Über das Bemühen des Volkssportverbandes hinweg, die Gruppenspiele auf engem Raum durchzuführen, hatte sich bei allen Vereinen schon bald die Erkenntnis durchgerungen, dass nur ein organisatorisch aufgebauter Fachverband die Gewähr für einen geordneten und reibungslosen Ablauf der Meisterschaft bieten kann.

Es kam zur Neugründung des Fußballverbandes Westfalen, und im Frühjahr 1946 lief unter Beteiligung unserer 1. Fußballelf die erste Nachkriegs-Gauligameisterschaft in zwei Gruppen an. Als 1947 die Oberliga Wüst ins Leben gerufen wurde, verpassten wir als Drittplazierter hinter Schalke 04 und Horst-Emscher die direkte Einreihung. Auch die Chance, durch Qualifikationsspiele das Ziel der neuen Klasse zu erreichen, vermochten wir nicht zu nutzen.

Die entscheidenden Spiele gegen die Rundensieger Hamborn 07 und VfL Witten wurden jeweils mit 0:1 verloren. Im nächsten Jahr fiel erst am letzten Spieltag die Entscheidung zugunsten von SuS 13 Recklinghausen, nachdem unsere Elf am Schloss "Strünkede" gegen Westfalia Herne vor 26 000 Zuschauern durch eine 1:3-Niederlage die Spitzenposition abtreten musste.

Wieder ging es mit frischem Mut und einer Fülle von Hoffnungen in die neue Meisterschaft. Nach Absolvierung von 18 Punktespielen hatte unsere Mannschaft noch keine Verlustpartie zu verzeichnen, und in dem nach der Währungsreform ins Leben gerufenen Toto West galten wir auf dem sonntäglichen Tippzettel als ausgesprochener Favorit. Aber wieder gab es einen enttäuschenden Serienschluss. Nach der 0:3-Schlappe am Hagener Höing verloren die grün-schwarzen Streiter, bedingt durch Verletzungen, die Nerven, und am Ende hatte uns der VfL. Witten mit einem Punkt Vorsprung den Rang abgelaufen.

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Vertragsfußball und Amateurmeisterschaft

Mit Einführung des Vertragsfußballs erhielt unser Verein die beantragte Lizenz und wurde der 2. Liga West zugefeilt, die im ersten Jahr in gemischten Gruppen spielte. Ein Sturm der Entrüstung brauste in den ersten Julitagen des Jahres 1950 durch Röhlinghausen, als uns nach harmonisch verlaufener Generalversammlung vom Verbandsvorstand der von Willkür und persönlicher Einflussnahme getragene Bescheid des Lizenzentzuges erteilt wurde.

Es war ein in der Fußballgeschichte wohl einzig dastehender Fall der Diffamierung eines Vereins. Aber ganz gleich, an welche Adresse wir unsere Protestrufe auch richteten, es blieb nach aufreibenden Wochen des Kampfes um die Wiederherstellung der Vereinsehre und der von Hoffnung durchdrungenen Einsprüche bei dem getroffenen Entscheid. Die uns vom Verband empfohlene Fusion mit dem gleichfalls ausgebooteten Ortsnachbarn Turnerbund Eickel lehnte die kurzfristig einberufene außerordentliche Mitgliederversammlung mit einem Stimmenverhältnis von 130:1 ab.

Damit brachte die Vereinsfamilie in überzeugender Weise zum Ausdruck, dass sie nicht gewillt war, die traditionsreichen, von innerer Kraft und Stärke zeugenden grün-schwarzen Vereinsfarben über Bord zu werfen. Lodernde Fackeln anlässlich eines Protestmarsches durch den Stadtteil Röhlinghausen gaben uns allen die selbstsichere und feste Überzeugung "Wir kommen wieder". Und so war es auch. Alle Verlockungen abweisend, hielten unsere Aktiven treu zur Stange, und am Schluss der folgenden Serie konnten wir mit Stolz registrieren, dass sich die Beharrlichkeit gelohnt hat. Unsere 1. Elf schmückte sich mit dem Titel des Westfalenmeisters der Amateure. Im Kampf um die "Deutsche" mussten wir den Niedersachsenmeister SSV. Delmenhorst aufsuchen, der vor heimischem Publikum mit viel Glück 2:1 siegreich blieb.

Unser Antrag auf Wiederzulassung zum Vertragsfußball wurde zunächst abgelehnt, fand aber dennoch die Zustimmung des Verbandsvorstandes. Leider war es unserer Mannschaft, die zu Beginn der Serie wertvollen Boden verlor, nicht vergönnt, sich in der oberen Tabellenhälfte zu platzieren. Das Massensterben der um die Hälfte reduzierten 2. Liga West bedingte erneut den Rückzug ins Amateurlager. Obwohl mehrere Stammspieler dem Verein den Rücken kehrten, wurde in diesem Jahr unter Einschaltung eigener Nachwuchskräfte die Gruppenmeisterschaft in der Landesliga errungen. Es war schade, dass sich die junge Mannschaft zum Zeitpunkt der Entscheidungsspiele in einer Formkrise befand, so dass die Hoffnungen auf nochmalige Erringung der westfälischen Amateurmeisterschaft nicht in Erfüllung gingen.

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Pflegestätte der Jugend

Auf die Pflege des eigenen Nachwuchses und liebevolle Betreuung der Reserve- und Jungligamannschaff wurde in der Spielvereinigung zu allen Zeiten großer Wert gelegt. Die Chronik wäre nicht vollständig, wenn die auf besonderem Ruhmesblatt gewürdigten stolzen Vor- und Nachkriegserfolge der Jugend- und Schülerabteilung unerwähnt blieben. Acht Röhlinghauser Jugendspieler - einige von ihnen deckt der Rasen fremder Erde - standen 1939 in der Bannmannschaft, die den Gau Westfalen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Chemnitz vertrat und nach Siegen über Sachsen und der Ostmark das Endspiel gegen den Niederrhein knapp verlor. In den Jahren 1951 und 1952 errang die A1-Jugend die Kreis- und Stadtmeisterschaft.

Das die übrigen Jugend- und Schülermannschaffen im gleichen Fahrwasser segelten, davon zeugen die vielen Diplome und Pokale an der Ruhmeswand im Vereinsheim Willi Krefer, am Markt. Der mit Lust, Liebe und Idealismus die junge Gefolgschaft betreuende Jugendleiterstab unter Führung des langjährigen Obmannes Gustav Linde bietet Gewähr, dass der Röhlinghauser Pulsschlag auch weiterhin den Kreislauf des Vereinslebens bestimmen wird.

Zum leistungsstarken und den Vereinsnamen ans Licht der Öffentlichkeit tragenden Jugendbetrieb gehört auch das besonders in den beiden letzten Jahren erfolgreiche Auftreten der grün-schwarzen Leichtathleten.

Erwähnung verdient noch die wegen Raummangels zum Stillstand gekommene Tischtennisabteilung, die schon vor 1935 im besonderen Blickpunkt des damals aufblühenden westdeutschen Tischtennissportes stand und mehrfach Träger großer öffentlicher Turniere mit namhafter Besetzung war.

Vereinseigene Umkleide- und Duschräume in unmittelbarer Nähe der Platzanlage am Stratmannshof war seit langer Zeit das Begehren von Vorstand und Spielern. Dieser Plan wurde im Vorjahr mit Hilfe von Totomitteln verwirklicht. In Verbindung mit Kassenräumen wurde ein Gebäude erstellt, das den Erfordernissen des Vereins- und Spielbetriebes genüg.

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Jubiläums- und Zukunftswunsch

Opferwille, Tatkraft und Vereinstreue, wie in den verflossenen 40 Jahren von den Mitgliedern vorgelebt, mögen auch auf der weiteren Etappe das Vereinsleben bestimmen, wobei der Sport das Spiegelbild unseres Lebens sein soll, und Leben bedeutet ja nichts anderes als kämpfen, ringen und streben.

Der Rückblick in die Vergangenheit des Vereins mag uns allen Fingerzeig dafür sein, dass große und dauerhafte Leistungen nur möglich sind, wenn wir fest und treu zusammenstehen. Ich bin gewiss, dass die Jubelfeier das den Mitgliederkreis umschließende grün-schwarze Band noch inniger miteinander verknüpft.

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Daten, Jahre und Ereignisse, die man nicht vergisst
1909 Erster Versuch der Vereinsgründung.
1913 Gründungsjahr "Spiel und Sport".
1919 Gründungsjahr "Ballspielverein".
1922 Gründungsjahr "Verein für Leibesübungen".
1924 Zusammenschluss zur Spielvereinigung.
1929 Übersiedlung zur Städt. Platzanlage am Stratmanns Hof.
Abschied vom Römerplatz!
1930 Aufstieg in die Bezirksklasse.
1931 Erstes Freundschaftsspiel gegen FC Schalke 04 [1:4]
1936 Pokalspiel gegen FC Schalke 04 [0:2]
1937 Aufstieg zur Gauliga mit Spielen gegen:


Arminia Bielefeld [1:2] und [2:1]
Arminia Märten [2:1] und [0:4]
Preußen Münster [0:0] und [2:1]
MBV Linden [2:0] und [3:0]
Klafeld-Geisweid [1:1] und [6:1]
1938 Osterspiel gegen Stuttgarter Kickers [2:3]
Fußballreise nach Hessen mit Spielen gegen Hessen Kassel [3:0]
Pokalspiel gegen Werder Bremen [0:1] n.V.
1939 Westfalenauswahl mit 8 Röhlinghauser Jugendspielern
erreicht das Endspiel bei den Deutschen
Jugendmeisterschaften in Chemnitz.
Niederrhein (Hamborn 07) siegt mit [2:0].


Erich Berlau, Karl Nawrocki, Heinrich Zdero,
Ernst Piwoda und Johann Nowicki werden
in die Westfalenauswahl berufen.
1942 Privatspiel gegen "Rote Teufel" mit
Major Graf, Fritz Walter, Hermann Eppenhoff u. a.
1944 In der Schlussphase des Krieges
kommt der Spielbetrieb zum Erliegen.
1945 Wiederaufnahme des Spielbetriebes.
1946 Privatspiel gegen FSV Frankfurt [3:0].
1947 Aufstiegspiele zur Oberliga gegen:


SSV 04 Siegburg [4:2]
VfL Witten [0:1]
Grün-Weiß Eschweiler [2:2]
Hamborn 07 [0:1]
1948 Gruppenmeisterschaft wird durch 1:3 Niederlage
gegen Westfalia Herne vor 26000 Zuschauern
am Schloss "Strünkede" verpasst.


Herbert Koslowski spielt in der Westfalenmannschaft
gegen die deutsche Studentenauswahl.
1949 Nach 18 Punktespielen ohne Niederlage
Tabellenzweiter hinter VfL Witten.
Meldung zum Vertragsfußball und Einreihung
in die 2.Liga West.
1950 Lizenzentzug, der scharfen Protest auslöst.
Ablehnung der vom Verbandsvorstand empfohlenen Fusion
mit TB Eickel mit dem Stimmenverhältnis von 130:1.
Treuebekenntnis - Protestmarsch - Fackelzug.
1951 1.Fußballelf wird westfälischer Amateurmeister.
Ausscheidungsspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaften
gegen SSV Delmenhorst [1:2].
Meldung zum Vertragsfußball und Einreihung in die 2.Liga West.
Bernhard Grygowski und Paul Ehlert (dann VfL 48 Bochum)
werden zu Repräsentativspielen des Gaues Westfalen herangezogen.
1952 Rückkehr ins Amateurlager der 2.Liga West
wegen Reduzierung auf 16 Vereine.
Pokalspiel gegen Preußen Münster [3:5].
Einweihung der vereinseigenen Umkleide- und Kassenräume am Stratmanns Hof.
1953 1. Fußballelf wird Meister der westfälischen Landesliga.
Spiel um die Westfalenmeisterschaft gegen:
TSV Hüls [2:3]
VfB Bielefeld [1:0]
Hombruch 09 [1:5]
SuS Niederscheiden [1:0]

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